»Midis dy Botëve« Hybride Identität
Diese Arbeit setzt sich mit dem Thema hybrider Identität auseinander – dem Leben, Denken und Wahrnehmen zwischen zwei Kulturräumen. Hybride Identität entsteht dort, wo unterschiedliche kulturelle Prägungen, Werte, Sprachen, Bilder und Gewohnheiten gleichzeitig wirksam sind und sich nicht klar voneinander trennen lassen. Sie beschreibt keinen festen Zustand, sondern einen fortlaufenden Prozess des Aushandelns, Anpassens und Neuformens.
Im Mittelpunkt steht der kulturelle Zwischenraum: ein Raum, der weder eindeutig der einen noch der anderen Kultur zugeordnet werden kann. In diesem Zwischenraum entstehen Überlagerungen, Brüche, Übergänge, Störungen und Auflösungen gewohnter Ordnungen. Genau diese Dynamiken prägen das Erleben hybrider Identität. Widersprüche existieren nebeneinander, Unterschiede verschmelzen, und aus scheinbar Gegensätzlichem bildet sich eine neue, eigenständige Einheit.
Hybride Identität bedeutet daher nicht das „Dazwischen-Sein“ im Sinne eines Mangels, sondern das „Gleichzeitig-Sein“ verschiedener kultureller Einflüsse. Sie zeigt sich in Sprache, Denken, Wahrnehmung und Ausdruck und eröffnet neue Perspektiven auf Zugehörigkeit, Herkunft und kulturelle Selbstverständlichkeit.