Kompass – Digitales System für Messegestaltung Konzeption und Prototyp für die Jobchancen-Messe Bad Wörishofen

Karrieremessen haben eigentlich alles, was es braucht: Firmen, die Nachwuchs suchen, und junge Leute, die sich orientieren wollen. Trotzdem bleibt auf beiden Seiten oft Potenzial liegen – Aussteller erreichen nicht die Schüler, die wirklich zu ihnen passen würden, und Besucher verpassen Stände, die eigentlich interessant für sie gewesen wären. Bei der Jobchancen-Messe in Bad Wörishofen, bei deren Organisation ich beruflich beteiligt bin, kommt noch was dazu: Die Zielgruppe sind 14- bis 18-Jährige – also Schüler, die zum ersten Mal überhaupt mit der Arbeitswelt in Berührung kommen. Die meisten haben noch nie ein Bewerbungsgespräch geführt, wissen nicht was es für Branchen gibt, und sollen jetzt plötzlich auf fremde Erwachsene zugehen und über ihre berufliche Zukunft reden. Klassisch ins kalte Wasser geworfen. Eine Befragung von 32 Ausstellern hat gezeigt: Die Schüler kommen oft unvorbereitet, wissen vorher nicht welche Firmen da sind, und tun sich schwer, einfach auf einen Stand zuzugehen. Daraus ist „Kompass" entstanden – ein digitales System, das Schüler vor und während der Messe unterstützt. Ein kurzes Quiz filtert erstmal die eigenen Interessen raus. Der Matcher zeigt dann, welche Branchen wirklich passen könnten – nicht als trockene Liste, sondern als Profilvergleich, bei dem man direkt sieht, wo die Überschneidungen liegen. Jobs, die interessant klingen, landen auf einer Merkliste. Und der Messeplan rechnet am Ende die kürzeste Route zu allen relevanten Ständen aus. Das Ganze funktioniert auf zwei Wegen: Entweder bereitet man sich von zuhause am Rechner vor und druckt sich seine Ergebnisse aus – oder man nutzt das System direkt vor Ort auf dem Handy und hat alles dabei. Die Idee dahinter: Wer vorbereitet auf eine Messe geht und schon weiß was ihn interessiert, traut sich auch eher, mit Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Besonders wenn man 15 ist und das alles zum ersten Mal macht.